Presented at Session #114


Die Briefe des Báb an die Könige und Herrscher seiner Zeit

Session #114 2012 English

Louhelen Bahá'í School, Davison, USA · October 5–8, 2012

Abstract


"Die Bábí-Religion ist in den letzten Jahren als eine der wichtigsten gesellschaftlichen Bewegungen in der iranischen Geschichte, zumindest in persischen Publikationen, wieder mehr in das Blickfeld der Forschung geraten. Besodners oft wird dabei diskutiert, welchen "politischen" Anspruch der Báb vertrat. Aber auch in deutschen Veröffentlichungen wird die Bábí-Bewegung immer wieder als "messianische Sekte" dargestellt, die den Staat stürzen und einen Gottesstaat errichten wollte. Das hängt vor allem damit zusammen, dass einerseits der Báb beanspruchte, der Verheißene des schiitischen Islam zu sein. Mit diesem Anspruch sind traditionell Herrschaftsambitionen verbunden, so dass man diese —zu Unrecht- auch dem Báb unterstellt hat. Zum anderen kam es bekanntlich zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Kämpfen zwischen Bábís und Regierungstruppen, an deren Ende die Massakrierung tausender Anhänger des neuen Glaubens stand. Auch diese Ereignisse werden von Außenstehenden bis heute als Versuch einer gewaltsamen Revolution gedeutet. Wenig bekannt ist, dass der Báb zahlreiche Briefe an den damaligen König Muhammad-Sháh, an dessen Premierminister Hájjí Mírzá íqasí sowie an den Sultan des osmanischen Reiches richtete, aus denen sich seine Position zu weltlicher und geistlicher Macht rekonstruieren lässt. Der Beitrag wird sich mit den Sendbriefen an den iranischen Monarchen beschäftigen und zentrale Inhalte im Lichte dieser Fragestellung beleuchten, um so zu einer neuen Einschätzung des angeblich "politischen" Anspruchs des Báb zu gelangen.

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